Liebes Tantchen

Dass du auf der Zielgeraden deiner Lebensbahn angekommen warst, das war schon länger klar. Aber dass dieser letzte Abschnitt des Weges so kurz sein würde, das haben wir nicht vorhergesehen. Wir dachten, wir hätten noch etwas Zeit, ein paar Monate noch.

Hast du wirklich auf mich gewartet? Onkel nimmt das an, da du dich einen Tag nach meiner Ankunft bei euch auf den Weg gemacht hast. Dein geliebter Mann und sein Wohlergehen waren ja immer im Zentrum deiner Gedanken. Vielleicht konntest du leichter gehen, als du wusstest, er würde erst mal nicht alleine sein. Ich bin bei ihm geblieben, bis alles geregelt und deine Asche zu Grabe getragen war.

Jetzt will er versuchen, alleine zurecht zu kommen. Sehr wohl fühle ich mich dabei nicht. Aber ich kann ihm die Last der Trauer nicht abnehmen. Ich werde ihn aber jeden Tag anrufen, ich kümmere mich um ihn, wie ich es versprochen habe.

85 Jahre, 1 Monat und 1 Tag hast du gelebt. Wir vermissen dich.

Wo auch immer du jetzt bist, machs gut.

 

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Über lebensstraenge

Jahrgang 1953, verheiratet, Mutter zweier erwachsener Söhne, berufstägig, auf dem Weg in den nächsten Lebensabschnitt (passive Altersteilzeit), der mit dem 1. Mai 2014 (beginnen wird) begonnen hat.
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