Kranksein in Deutschland

Über mein Pech mit dem Rücken habe ich hier ja mehrfach berichtet. Was sich dabei so in Punkto Ärzte und Behandlung abgespielt hat und noch abspielt, darum geht es heute.

Mein erster Weg führte mich Anfang November zu meinem Hausarzt. Klar, dort kennt man mich, ich bekomme sofort einen Termin, ganz besonders mit akuten Schmerzen, er ist immer meine erste Anlaufstelle. Ich bekam Schmerzmittel, die waren in dem Moment auch das Wichtigste, ich konnte mich ja kaum bewegen.

Ein paar Tage später, immer noch mit höllischen Schmerzen, ließ ich mich zum Orthopäden fahren. Wohlgemerkt, in dieser Praxis war ich bereits aus anderen Gründen Patientin und ich war der festen Überzeugung, man würde mich als Schmerzpatienten auch behandeln. Falsch gedacht. Ich wurde zwar mitleidig beäugt, als ich so vor Schmerzen krumm gezogen in die Praxis kroch, aber behandeln – um Gottes Willen, nein, keine Kapazitäten frei, frühestens in vier Monaten. Wenn ihnen das zu lange dauert, suchen sie sich einen anderen Arzt.

Ich habe mir dann weitere Suche gespart und mich von meinem Hausarzt behandeln lassen. Das hat ja auch im Großen und Ganzen geklappt. Ich habe keine Schmerzen mehr und kann mich einigermaßen bewegen. Allerdings fehlt immer noch eine genaue Diagnose. Es wurde ein CT gemacht und dabei ein Gleitwirbel gefunden, der aber nur ein kleines Stück vorgerutscht war.

Danach wurde behandelt. Inzwischen besteht immer noch eine Fußheberschwäche, verursacht durch den eingeklemmten Ischiasnerv, die auch mit Krankengymnastik nicht behoben wurde. Die Stärke der Beeinträchtigung passt nicht zum Grad des Gleitwirbels. Mein Hausarzt möchte einen Fachmann mit ins Boot nehmen und hat mich an einen Orthopäden überwiesen. Mit dem ausdrücklichen Hinweis auf die Schädigung des Nervens und die Befürchtung, dass die Schädigung entweder nicht mehr behandelbar ist oder sogar schlimmer wird, je länger sie andauert.

Keine Chance. Kein Arzt nimmt mich früher dran, um größeren Schaden zu verhindern. Ich bin ja bloß eine der lästigen Kassenpatientinnen. Mein Hausarzt hat in einer der Praxen angerufen und es dringend gemacht. Nutzt auch nichts. Ich darf dann mal im April auf Behandlung beim Facharzt hoffen.

Bis dahin? Tja… Hoffen wir das Beste, lieber Leser. Mit Glück schlappe ich dann immer noch so herum wie jetzt. Mit Pech wird die Fußheberschwäche schlimmer und ich werde zum Stolpervogel.

Ich darf zumindest weiter zur Krankengymnastik, ich hoffe, die hilft wenigstens soweit, dass es nicht schlimmer wird.

Das einzig Gute, ich fand heute einen Orthopäden, bei dem man sich mit akuten Schmerzen morgens um viertel vor 8 Uhr in die Praxis setzen kann und wenn man Glück hat und nicht mehr als drei/vier Schmerzpatienten da sind, wird man behandelt. Das ist ja schon mal sehr tröstlich, falls demnächst die Schmerzen wiederkehren.

Was ist da los in Deutschland? Gibt es wirklich so viel zu wenige Orthopäden? Oder wieso muss man jenseits des Zumutbaren und vor allem zum Schaden der Gesundheit so lange auf Behandlung warten.

Über lebensstraenge

Jahrgang 1953, verheiratet, Mutter zweier erwachsener Söhne, berufstägig, auf dem Weg in den nächsten Lebensabschnitt (passive Altersteilzeit), der mit dem 1. Mai 2014 (beginnen wird) begonnen hat.
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