Aua

Der Ischiasnerv schmerzt. Ich habe Sonntag abend einige Zeit in der kalten Waschküche herumhantiert, mich dabei immer wieder gebückt (ja, ich weiss, dass man in die Knie gehen soll *umpf*) und als ich zum Schluss den Wäschekorb anheben wollte, ging nichts mehr.

Ich bin bis einschließlich morgen krankgeschrieben. Zum Glück, denn sitzen ging gestern nur für ca. 30 Minuten, dann musste ich aufstehen, das Bein wurde taub. Stehen und gehen ging aber auch nur für ca. 30 Minuten, dann tat der Nerv weh. Heute gehts besser, die Schmerzmittel tun ihre Pflicht und wirken.

Mama geht es solala. Die Brüche heilen ganz erstaunlich gut für einen Menschen ihres Alters. Aber sie ist immer noch verwirrt. Zu verwirrt, um zu verstehen, dass sie sich bewegen muss, um wieder auf die Beine zu kommen. Sie wird daher von der Orthopädie in eine geriatrische Klinik verlegt und wir hoffen sehr, dass dort noch etwas für sie erreicht werden kann. Und wir suchen einen Platz in einem Alten- und Pflegeheim für sie. In die Wohnung mit der Treppe kann sie auf gar keinen Fall zurück, der nächste Sturz wäre programmiert. Sie wird auch nicht mehr alleine leben können.

Gespräche mit Mama sind tragisch-komisch. Manches ist absolut klar und verständlich. Man merkt daran, dass sie ihre Umwelt wahrnimmt und sich auch zum Teil merkt, was geschieht, gesagt oder getan wird. Und der nächste Satz macht uns wieder ratlos. Wo ist sie jetzt gerade? In welcher Zeit? War das mal Wirklichkeit oder ist das Phantasie? (Einmal – ich stand neben ihrem Bett – fragte sie meinen Bruder, wer mich denn ermordet hätte. Ich hoffe sehr, das war Phantasie und kein Blick in die Zukunft.) Manchmal setzt sich ein Wort, ein Satz für längere Zeit in ihrem Kopf fest. Weil sie den Kontext nicht mitbekommen hat, macht sie sich eigene Gedanke und es entsteht etwas, was ihr ganz wichtig oder dringlich ist und sie ist unglücklich, weil wir nicht begreifen, was sie will. Oder, wenn wir begreifen, nicht ihrem Wunsch entsprechen, weil das, was sie jetzt gerade verstanden hat, nichts mit der Realität zu tun hat.

Es fällt mir immer sehr schwer, wieder nach Hause zu fahren, weil ich arbeiten muss. Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich mich nicht so kümmern kann, wie ich möchte.

 

Über lebensstraenge

Jahrgang 1953, verheiratet, Mutter zweier erwachsener Söhne, berufstägig, auf dem Weg in den nächsten Lebensabschnitt (passive Altersteilzeit), der mit dem 1. Mai 2014 (beginnen wird) begonnen hat.
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